Philippa Brentano:

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"Ich kann den Kerl auf den Tod nicht ausstehen! Der macht mich fertig!"
Das ehemalige Ladenlokal in der Massener Straße in Unna war elektrisch aufgeladen wie bei einem Gewitter. Phillis Brentanos Nackenhaare standen aufrecht, ihre Augen und Nasenflügel waren aufgerissen. Es roch nach Hitze und nach Streit. Ozon war in der Luft, und die eben noch so träge Nachmittagsruhe war wie weggeblasen.
Der ‚Kerl' trug den Namen Dr. Borghold und war der Chef von Gerd Grevenhagen. Er war auch der Chef von Phillis Brentano gewesen, bevor sie die Simulatorfirma mit dem originellen Namen ‚SimTech' vor zwei Jahren verlassen hatte.
Die beiden anderen kannten das schon. Herr Kowalsky nahm nach einer gewissen Kunstpause in aller Ruhe das Wort: "Mich macht Borghold auch nervös. Aber das ist die Gelegenheit, auf die wir gewartet haben. Ich muss Ihnen nicht erklären, was zweihunderttausend Mark in der gegenwärtigen Situation für uns bedeuten würden."
"Cash, bar auf die Kralle. Ich glaub's nicht. Und du machst auf empfindlich!" platzte Markus Jung mit seiner nasalen Redeweise heraus, wobei er heftig mit seiner blau verspiegelten Porschesonnenbrille wedelte. So heftig, dass sie ihm entglitt und quer über den Tisch genau in Phillis' Kaffeetopf klatschte. Der Kaffee spritzte im hohen Bogen auf ihr T-Shirt und hinterließ eine Serie großer brauner Flecken. Auch Tisch und Stuhl bekamen ihr Teil ab. Zum Glück blieb die Tasse stehen, und damit der größere Teil des Kaffees.
Die Männer sahen sich erschrocken an. Beide erstarrten in Erwartung der Katastrophe. Phillis' Ausbrüche waren legendär. Einmal war dabei ein nagelneuer Monitor zu Bruch gegangen.
Phillis sah an sich herunter, und betrachtete das ruinierte Shirt. Dann sah sie die beiden an, die ihr gegenüber vor Schreck die Luft anhielten. Sie schaute wieder auf den Fleck. Und fing schallend an zu lachen. Sie lachte, bis sie nicht mehr konnte und sie ihre schmerzenden Bauchmuskeln halten musste. Sie konnte sich kaum auf ihrem Stuhl halten.